Linoleum

Der Bodenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen

Linoleum-Eigenschaften / Überlick

Materialbedingt weist Linoleum eine Vielzahl von positiven Eigenschaften auf. Es ist extrem langlebig sowie hygienisch und antibakteriell. Weitere Vorteile zeigen sich beim Eindruck- und Brandverhalten, der Beschädigungen gegenüber Ölen, Fetten und Zigarettenglut, sowie seiner Lichtechtheit. Angeboten wird Linoleum (meist) in zwei Meter breiter Bahnenware oder als Fliese.

Linoleum-Einsatzbereiche

Grundsätzlich lässt sich Linoleum höchst vielseitig verwenden; in Wohnräumen ebenso wie im Büro und Verwaltungsbereich. Insbesondere Heime, Krankenhäuser, Schulen, Kaufhäuser, Boutiquen, Kantinen und Restaurants setzen häufig Linoleumböden ein. Spezielle Varianten ermöglichen ableitfähige und schalldämmende Verlegungen. Ungeeignet hingehen ist Linoleum für den Außeneinsatz sowie für Nassräume und auf Unterböden, die nicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet sind.
Der fertige Linoleumboden wird üblicherweise mit einem Oberflächenschutz versehen.

 

Beispielbilder:

Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten

Sowohl in der Dessinierung, als auch bei der eigentlichen Verlegung bietet Linoleum z.B. durch Friese, Intarsien oder Sockelleisten umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten.

Sportbodenbeläge - meistens aus Linoleum

Bodenbeläge in Sport- und Mehrzweckhallen müssen umfangreiche Anforderungen erfüllen. Je nach Nutzungsprofil kommen unterschiedliche Sportboden-Systeme zum Einsatz. Eine Sportbodenkonstruktion muss schutz- und sportfunktionelle Eigenschaften erfüllen. Ein Sportboden aus Linoleum mindert das Verletzungsrisiko deutlich, wirkt prophylaktisch vorzeitiger Ermüdung und Muskelbeanspruchung vor und ist zudem gelenkschonend. Des Weiteren sind optimale Werte in Bezug auf die Rutschhemmung und das Gleitverhalten, die Lichtreflektion sowie die Stoßfestigkeit garantiert. Auch das Befahren mit schweren Mattenwagen und das Transportieren diverser Sportgeräte können dem Linoleum nichts anhaben. Die extreme Strapazierfähigkeit von Linoleum garantiert nach Jahren intensiver Nutzung noch ein gepflegtes Aussehen. Wahrscheinlich sind es diese Gründe, die Linoleum mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent zu dem am weitesten verbreitetem Oberbelag in Sport- und Mehrzweckhallen machen. Aufgrund seiner hervorragenden Materialeigenschaften ist es ein Allround-belag, der sowohl eine umfassende Sportliche Nutzung bietet als auch die Anforderungen an eine Mehrzwecknutzung erfüllt. Entsprechend der europaweit geltenden EN-Norm 14904 werden alle sportfunktionellen und technischen Eigenschaften abgedeckt. Unter Berücksichtigung des Anforderungsspektrums in Sporthallen wird in den europäischen Normen DIN EN 548 und 685 für Oberbeläge aus Linoleum eine Materialstärke von 3,2mm empfohlen. Heute eröffnet ein umfangreiches Angebot an 3,2 und 4mm straken Belägen neue Spielräume in der Sportbodengestaltung. Dem Trend zur Mehrfarbigkeit tragen die Hersteller durch dezente und kräftige Kombinationsfarben Rechnung. Einige Beläge erhöhen durch ihre richtungsfreie Musterung die Gestaltungsfreiheit noch weiter. Dank der Erfindung eines multicolorierten Schmelzdrahtes für die Verfugung der einzelnen Linoleumbahnen sind jetzt auch für Sportböden nahezu fugenlose unsichtbare Übergänge möglich. Die neuen Schmelzdrähte nehmen die Farb- und Mustergebung des Bodenbelages auf und erhalten so die Flächenwirkung. Der Produktionsprozess von Linoleumsportböden gestaltet sich übrigens genauso umweltfreundlich wie der von „normalem Linoleum“. Auch hier werden Leinöl, Naturharze, Kalkstein- und Holzmehl zu einer Grundmasse vermengt, die durch natürliche oder naturidentische Pigmente Farbe erhält. Dieses noch weiche Gemisch wird auf ein Jutegewebe gepresst und reift in großen Trockenkammern mehrere Wochen lang zu einem festen, strapazierfähigen Sportbodenbelag. Der durch Sauerstoffaufnahme (Oxidation) ausgelöste Reifeprozess setzt so viel Eigenwärme frei, dass nur eine geringe Energiezufuhr benötigt wird.

Schließlich kommt seit kurzem ein neuer Fertigboden hinzu. Dabei handelt es sich um Fertigelemente, die analog zum Fertigparkett 3-Schichtig aufgebaut sind - mit einer 2mm Nutzschicht aus Linoleum, einem 6-7mm dicken Träger, in der Regel eine HDF-Platte und einem Gegenzug aus Kork. Der Aufbau ist rund 10mm dick. Die Paneele werden im Dielen- und Fliesenformat angeboten, rundum genutet und gefedert, sodass sie schwimmend verlegt werden können. Damit ist der Bodenbelag auch auf vorhandenen Bodenbelägen einsetzbar.